Evangelische Kirche

Historie der evangelischen Christuskirche in Altenkirchen

Die erste Kirche in Altenkirchen entstand in karolingischer Zeit um etwa 900 nach Christus. Eine Urkunde des Cassiusstiftes in Bonn von 1131 bezeichnet eine hölzerne Kirche als Zentrum einer großen Pfarrei. Die Kirche in Altenkirchen soll die erste christliche Kirche im Westerwald gewesen sein. Vermutungen zufolge war die Kirche Namensgeber von Altenkirchen (alte Kirche).

Obwohl das Cassiusstift die Aufgabe hatte die Pfarrstelle zu besetzen, unterstand die Christuskirche in kirchlichen Angelegenheiten, die zu dieser Zeit noch katholisch war, dem Erzbistum in Köln. Nachdem Altenkirchen 1314 durch Kaiser Ludwig von Bayern die Stadtrechte verliehen bekam, wurde neben dem Schloss der Grafen von Sayn eine steinerne Basilika katholischen Glaubens gebaut, die vom Schloss aus einen eigenen Zugang besaß.

Durch die Reformation im Jahr 1525 wurde die ehemals katholische Basilika zur evangelischen Kirche. 1561 wurde zunächst das lutherische und um 1605 das reformierte Glaubensbekenntnis eingeführt. Maßgebend für die Glaubensrichtung einer Kirche war die Konfessionswahl des jeweiligen Grafen. Die Grafen von Sayn hatten sich damals für das reformierte Glaubensbekenntnis entschieden.

Durch den verheerenden Stadtbrand am 13. November 1728 wurde die Kirche so stark beschädigt, dass man sich 1728 zum Abriss entschied. An gleicher Stelle der alten Basilika wurde 1822 eine neue Kirche errichtet, auch Schinkelkirche bezeichnet. Die Kirche erhielt ihren Namen durch ihren Berliner Baumeister Karl Friedrich Schinkel, der auch Aufträge für das Königshaus ausführte und die deutsche Architektur damals maßgebend prägte. Dies neue Kirche wurde wie die Vorgängerkirche auch durch einen Großbrand der Stadt, der sich  am 23. April 1893 ereignete, zerstört. In der Kirche befand sich damals die gräfliche Gruft. Doch konnten mehrere Zinnsärge aus der Brandruine geborgen werden.

Die erforderliche neue Kirche wurde auf den Grundmauern der Schinkelkirche gebaut. Die neue Kirche, Christuskirche genannt, wurde am 6. Dezember 1894 eingeweiht. Bis zu 760 Besucher fanden auf der Empore und im Kirchenschiff Platz. Die Kirche war 15×30 Meter lang und besaß einen besonders großen Kirchturm.

Durch den Bombenangriff der amerikanischen Luftwaffe am 25. März 1945 wurde die Christuskirche nahezu vollständig zerstört. Nicht nur die evangelische, sondern auch die katholische Kirche und zahlreiche Wohngebäude wurden von den Bomben getroffen. Obwohl der Kirchturm zum Teil erhalten blieb, musste er bei den folgenden Aufräumarbeiten gesprengt werden. Die Zerstörung von vier Kirchen am selben Ort hielt die Gemeinde jedoch nicht davon ab, auch eine fünfte Kirche zu errichten. Diese wurde am 27. September 1953 eingeweiht. Die heutige Kirche beinhaltet neben einem Gemeindesaal weitere, sich im Untergeschoss befindliche Räume, die zeitweise als Kindertagesstätte und als öffentliche Bücherei genutzt werden. Im Jahr 1977 wurde die Christuskirche durch den Altenkirchener Architekten Erich J. Thomas renoviert.

Bauweise

Über dem Eingangsportal der Christuskirche befindet sich ein großer Engel. Ein besonderes Merkmal der Kirche ist ein Kreuzbildwerk hinter dem Altar, das von Erwin Wortelkamp aus Hasselbach geschaffen wurde. Das Kunstwerk soll an die Reichspogromnacht am 09. November 1938 und an die Zerstörung der Altenkirchener Synagoge erinnern und wurde 1978 eingeweiht. Das Kunstwerk zeigt einen Siebenarmigen Leuchter, darunter das kreisförmige Zeichen des Alten Bundes. Oberhalb des Leuchters sticht besonders das Kreuz, als Zeichen des Neuen Bundes mit Gott, hervor, um das sieben Menschen, die symbolisch für die Gemeinde stehen, angeordnet sind. Das Kreuz beinhaltet weiterhin Symbole mit biblischen Aussagen. Hinter dem Kreuz ragt Jerusalem, als „Goldene Stadt“ hervor.
Autoren: Jasmin Gröninger / Axel Griebling

Weitere Informationen zu diesem Objekt erhalten Sie bei einer Stadtführung durch das historische Altenkirchen oder beim Besuch im Historischen Quartier.